Die Entstehungsgeschichte des Fahrrads

Der Erfinder des Fahrrads war Karl Freiherr von Drais (1785 bis 1851). Er entwarf im Jahr 1817 die sogenannte "Laufmaschine" oder auch "Draisine", die durch Menschenkraft und ohne Pedale angetrieben wurde.
Die zwei Räder der Draisine stehen hintereinander, wobei in der sich Mitte der Sattel und Lenker des Vorderrades befindet. Die Laufmaschine ist so gebaut worden, dass man durch abwechselndes Abstoßen der Füße auf dem Boden sich fortbewegen kann.

Pierre Lallement und Pierre Michaux – Erfinder des Fahrrads

Umstritten in der Geschichte des Fahrrad ist wer als erster beim Zweirad die Tretkurbel am Vorderrad anbrachte. 1866 hat der Erfinder Pierre Lallement darauf ein US-Patent erhalten. Jedoch nach anderen Angaben hat Pierre Michaux die Tretkurbel im Jahr 1861 schon bei einem Schleifstein entdeckt und nachgebildet, wobei die Fabrikantensöhne Olivier mit Michaux das Tretkurbelrad kommerziell vermarkteten. Ein Jahr später erregte Michaux auf der Weltausstellung in Paris durch die Tretkurbelräder die Aufmerksamkeit von ganz Europa.

Um höhrere Geschwindigkeiten durch die Tretkurbeln zu erziehlen, wurde das Vorderrad vergrößert, sodass im Jahr 1870 das erste Hochrad namens "Ariel" von James Starley und William Hillman gebaut wurde. Das Hochrad bekam eine Vollgummibereifung mit Drahtspeichern und hatte eine Geschwindigkeit von mehr als 40 km/h. Das Vorderrad hatte einen Durchmesser von 2,5 m und das Hinterrad einen Durchmesser von 35cm, sodass das Hochrad eine Sturzhöhe von 2,5 m hatte, die deutlich höher war, als die bisher entwickelten Fahrräder. Tödliche Kopfüberstürze waren in dieser Zeit nicht selten.

Im Jahr 1878 wurde der einseitige Kettenantrieb des Hinterrades eingeführt, welches sich auch wirtschaftlich durchsetzen konnte. Man konnte dadurch leichter fahren und hatte des Weiteren auch ein sicheres Fahrverhalten.

Fahrradfahren wird populär – die Erfindung der Sichehreitsniederrades

Das Sicherheitsniederrad fand später seine Verbreitung in den 1880er Jahren. Hierbei wurde das angetriebene Rad durch stärkere Fahrradketten verkleinert, wodurch auch der Schwerpunkt verringert wurde. Im Gegensatz zu dem Hochrad hatte das Niederrad gleichgroße Räder und einen Hinterradantrieb. Dieser Fahrradtyp wird heute noch gefahren und gebraucht. Später wurde die Technik des Fahrrads verbessert. So kamen Fahrradständer, Fahrradcomputer, Scheibenbremsen und vor allen Dingen leichtere Materialien hinzu. Derzeit wird stark an der Entwicklung von Elektrofahrrädern gearbeitet.